Ich liebe mich! 9 Tipps für mehr Selbstliebe

Tipps für mehr Selbstliebe

Was für eine Überschrift. Jetzt mal Hand aufs Herz: Was hast du gedacht, als du sie gelesen hast? Kamen da Gedanken wie “Ist das ein Tippfehler?” oder “Das ist ja an Überheblichkeit kaum mehr zu übertreffen.” in dir hoch? Hattest du vielleicht sogar ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend? Oder hast du sie gelesen, ohne zu stocken? Keine Sorge, egal, was bei dir der Fall war: Alles ist in Ordnung. Wir möchten anlässlich des bevorstehenden Valentinstags über die wichtigste Liebesbeziehung unseres Lebens sprechen: die zu uns selbst. Hier kommen unsere 9 Tipps für mehr Selbstliebe.

Selbstliebe – Was ist das überhaupt?

Selbstliebe scheint der Hype der aktuellen Zeit zu sein. Man liest darüber auf Social Media, in Zeitschriften und auf Blogs. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff?

Selbstsucht versus Selbstliebe

Es ist ähnlich wie mit den gezuckerten Knuspermüslis, die als gesund angepriesen werden: Nur weil etwas nach Selbstliebe aussieht, muss nicht zwangsläufig Selbstliebe drin sein. Sei es die perfekt inszenierte “Breakfast Situation” mit Champagner und Wallemähne oder der feuchtfröhliche Wochenend-Trip mit den Jungs an die Côte d’Azur – tagtäglich sehen wir vermeintliche Selbstliebe zum Beispiel bei Instagram. Doch ist die wirklich echt?

Nach außen hin ist der Grat zwischen Selbstsucht und Selbstliebe schmal, doch schaut man genauer hin, kann man erkennen, dass es sich bei den zwei Begriffen sogar um Gegensätze handelt. Das hat schon Erich Fromm Anfang des 20. Jahrhunderts erörtert:

Schauen wir noch etwas genauer hin und beziehen wir die unbewusste Dynamik mit ein, dann erkennen wir, dass der selbstsüchtige Mensch ganz und gar nicht von sich begeistert ist und sich überhaupt nicht leiden kann. […] Er spürt nicht die innere Sicherheit, die es nur aufgrund echter Liebe und Bejahung gibt. Er muss immer mit sich beschäftigt sein und ist begierig, alles für sich zu bekommen, da seinem Selbst von Grund auf Sicherheit und Zufriedenheit fehlen.

Erich Fromm, 1939

(Das gesamte Werk von Erich Fromm kannst du hier lesen.)

Selbstliebe beginnt im Innen. Und damit meinen wir nicht, dass Menschen, die sich selbst Gutes tun und das nach Außen zeigen zwangsläufig selbstsüchtig sind. Damit wollen wir nur sagen, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Prinzipiell geht es beim Thema Selbstliebe aber ja absolut nicht darum, sich mit anderen zu vergleichen. Also, kommen wir jetzt zu dem, was wirklich wichtig ist: zu dir.

Vorteile von tiefer Selbstliebe

Bevor wir gleich endlich mit den Tipps für mehr Selbstliebe rausrücken, möchten wir dir aber noch zeigen, welch wunderbare Vorteile es hat, mit dir selbst im Reinen zu sein.

  • Du bist selbstbewusst und gefestigt.
  • Du wirkst attraktiv.
  • Du bist großzügig und tolerant.
  • Du bist emotional stabil.
  • Du entfaltest deine Schöpferkraft und Kreativität.

9 Tipps für mehr Selbstliebe

Kleiner Disclaimer: Unsere Tipps für mehr Selbstliebe sind nicht für jeden gleichermaßen leicht anwendbar und wir sagen auch nicht, dass sie der einzige Weg sind. Außerdem gilt auch hier (wie für alle anderen Themen im HOLY AVE Magazin): Wir sind sehr weit davon entfernt, perfekt zu sein. Wir möchten dir damit lediglich ein paar Inspirationen an die Hand geben, die dir möglicherweise helfen, besser mit dir selbst umzugehen. Außerdem ist Selbstliebe unserer Meinung nach eine lebenslange Praxis, bei der man nie auslernen kann. Also, vielleicht ist ja der ein oder andere hilfreiche Tipp für dich dabei. Und jetzt Bühne frei für unsere Tipps für mehr Selbstliebe.

Photo by Maddi Bazzocco on Unsplash

Sei gut zu dir

Wir wissen, Selfcare ist neben Selbstliebe noch so ein Trend-Begriff, den man momentan überall hört. Und wir wünschten, wir könnten dir sagen, dass du es dir nur ein bisschen in der Badewanne gemütlich machen und dir eine Hautpflege-Maske auftragen sollst und zack – schon liebst du dich selbst. Tatsächlich ist das nicht ganz so einfach. Denn gut zu dir selbst zu sein heißt nicht immer gleich, das zu tun, was bequem ist. Es heißt vor allem, dass du das tun sollst, was deinem Körper und deinem Geist wirklich gut tut – also die Königsdisziplin unter den Tipps für mehr Selbstliebe: Versorg dich mit gutem, nahrhaftem Essen, beweg dich regelmäßig und meditiere anstatt durch Social Media zu scrollen.

Du kannst dein Verhältnis zu dir selbst auch einfach mit dem zu einer umsorgenden mütterlichen Person vergleichen. Diese Mama in dir weiß, was gut für dich ist. Das, was sie dir rät mag dir zwar nicht immer gefallen, aber auf lange Sicht wirst du davon profitieren.

Pflanze konstruktive Gedanken

Many of the truths that we cling to depend on our point of view.

Yoda

Unser Geist ist eigentlich ununterbrochen damit beschäftigt, mit uns zu kommunizieren. Manchmal auf gute, konstruktive Art und Weise und manchmal auf eine negative, destruktive. Doch schon Meister Yoda wusste es: Nicht alles was wir denken, muss auch zwangsläufig wahr sein. Wir alle tragen unbewusste (oft negative) Glaubenssätze mit uns herum. Klassiker sind zum Beispiel “Ich bin nicht gut genug” oder “Ich muss hart arbeiten, um etwas wert zu sein.”. Das Fatale an der Sache: Wir vertrauen unseren Gedanken meist völlig unbewusst und blind.

Sobald wir uns wirklich bewusst machen, dass das, was da in unserem Kopf abgeht keineswegs der Realität entspricht, wird unser Leben um einiges leichter. Hier hilft uns wie so oft mehr Achtsamkeit. Nimm dir regelmäßig Zeit, deine Gedanken zu beobachten. Und halte dir dabei immer vor Augen: Nur weil es in deinem Kopf ist, muss es nicht zwangsläufig wahr sein.

Falls du mehr Achtsamkeit in deinen Alltag integrieren möchtest, können wir dir unseren Blogpost zu dem Thema sehr ans Herz legen.

Mach dir selbst Komplimente

Wie oft sagst du Freunden, wie gut ihnen die neue Frisur steht? Und wann hast du dir das letzte Mal selbst ein Kompliment gemacht? Vielleicht noch nie? Nimm dir ab jetzt einmal am Tag Zeit dafür, dich für etwas zu loben, das du richtig gut gemacht hast. Das können ganz banale Dinge sein. Doch mache es dir zu einer täglichen Angewohnheit, dir selbst Komplimente zu machen.

Tu Dinge, die dich begeistern

Mit nichts kannst du dir selbst besser deine Liebe zeigen, als mit Unternehmungen und Aktivitäten, die du nur für dich tust. Egal, ob es der Tanzkurs ist, den du schon ewig machen wolltest, ein Ehrenamt, das dich schon länger interessiert oder auch einfach nur ein langer Spaziergang im Wald – tu Dinge, die dich begeistern.

Steh für dich selbst ein

Die Belohnung für Anpassung ist, dass jeder dich mag, außer du dich selbst.

Rita Mae Brown

Viel zu oft passen wir uns an. Tagtäglich stellen wir unsere Bedürfnisse hinter die der anderen, nur um sicher zu gehen, dass uns alle mögen. Wir denken, unser Ansehen sei gefährdet, wenn wir auch mal Nein zu etwas sagen.

Tatsächlich ist das genaue Gegenteil der Fall: Grenzen zu setzen und für sich selbst einzustehen zeigt Stärke und in den meisten Fällen wirst du von deinem Gegenüber dafür geschätzt und nicht verteufelt. Probier es einfach einmal aus und du wirst sehen, wie gut es sich anfühlt. Nicht nur dein Außen wird davon profitieren sondern vor allem du selbst. Denn für sich selbst einzustehen ist ein reiner Akt der Selbstliebe.

Vergib dir selbst

Kannst du dich an eine Sache erinnern, für die du dich noch immer schämst oder verurteilst? Ganz ehrlich: Unsere Finger würden nicht ausreichen, wenn wir aufzählen müssten, welche Dinge wir uns selbst noch nicht verziehen haben. Oft sind das nur winzige Kleinigkeiten, an die sich keiner außer uns noch erinnern kann. Doch irgendwie kleben sie an uns wie Kaugummi an unseren Schuhsohlen und lassen uns nicht so richtig mit der Vergangenheit abschließen.

Ein riesengroßer Schritt in Richtung mehr Selbstliebe ist es, dir diese kleinen (oder größeren) Taten zu vergeben. Denn ganz ehrlich: Was willst du jetzt noch daran ändern? Das einzige was du tun kannst, ist loszulassen. Spür in dich hinein und schreib einfach mal alles auf, was dir in den Sinn kommt. Und dann vergib dir dafür. Es gibt unzählige Selbstvergebungsmeditationen bei YouTube oder auf Spotify. Manchen hilft aber auch ein kleines Ritual, bei dem sie diese Vergangenheitsanker auf physische Weise loswerden: Vielleicht willst du Steine in einen See werfen oder Zettel verbrennen, um wirklich loslassen zu können? Schau einfach, was für dich am besten funktioniert.

Deute Kritik an dir richtig

Es gibt nichts Subjektiveres als die Meinung von Menschen. Wenn jemand Kritik an dir äußert, dann solltest du sie im ersten Schritt richtig deuten: Möchte der Kritiker dir durch konstruktive Kritik helfen oder ist die Kritik destruktiv und nicht nur absolut haltlos sondern auch ungerechtfertigt? Es ist wichtig, dass du Kritik richtig deuten lernst und sie, wenn nicht nötig, nicht zu sehr an dich ranlässt. Das bedeutet Selbstliebe. Und auch umgekehrt wirst du sehen: Je mehr du dich selbst lieben lernst desto besser wird dir das gelingen.

Photo by Ava Sol on Unsplash

Sei mal realistisch

Wie weiter oben bereits erwähnt, ist nicht alles Gold was glänzt. Durch Social Media ist unser Realitätsempfinden so dermaßen angeknackst, dass wir beim Scrollen durch den Feed oftmals vergessen, dass das, was wir da sehen nicht dem echten Alltag von Menschen entspricht. Wir sehen einen winzigen Bruchteil aus unendlich verschiedenen Leben. Natürlich werden da in den meisten Fällen die Glanzmomente gezeigt und nicht Momente voller Sorgen, Selbstzweifel oder Zukunftsängste.

Momente, in denen man in Schlabberhose und mit ungewaschenen Haaren vor einem Berg Papierkram sitzt sind nunmal einfach nicht besonders Instagram-tauglich. Und das ist wahrscheinlich auch der Grund für die Anziehungskraft, die diese Apps auf uns ausüben. Auch wir lieben die sozialen Medien für ihre instagrammable Food-Schnappschüsse und perfekt inszenierten Kameramomente, doch wir möchten dich dazu anhalten sie als das zu nutzen, was sie sind – Unterhaltungsmedien.

Nimm dich selbst nicht so ernst

Bei all dem Streben nach bedingungsloser, tiefer Selbstliebe solltest du eines nicht vergessen: den Spaß. Nimm dich selbst nicht so ernst. Wenn du dem Affen in deinem Kopf mal wieder dabei zuhörst, wie er mit völlig destruktiven Gedanken um sich wirft, dann kannst du auch mal darüber lachen. Sprich mit deinem Lower Self wie mit einem nervigen kleinen Bruder. Wenn es sich albern verhält und du ganz genau weißt, dass es gerade Quatsch erzählt, dann kannst du ihm auch einfach mal den Mund verbieten. 😉 Feier dich für kleine Erfolge und lass dich vor allem nicht runterziehen.

Wir hoffen, unsere Tipps für mehr Selbstliebe haben dir geholfen. Wie stehst du zum Thema Selbstliebe? Würdest du sagen, dass du dich liebst oder fällt es dir noch schwer? Teile gern deine Gedanken mit uns in den Kommentaren, in einer E-Mail oder bei Instagram. Wir freuen uns, von dir zu lesen.

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